Obwohl die meisten eigentlich vom Elektroauto begeistert sind und in ihm die automobile Zukunft sehen, weil man energieeffizient fährt, die Umwelt lokal absolut frei von Abgasen hält, erfrischend ruhig im Betrieb ist und somit in allen Punkten der Verbrennungstechnologie des 20. Jahrhunderts mit „Knallgas-Treiblingen“ (wie Motoren zeitweise sehr bildlich bezeichnet wurden), gibt es natürlich immer wieder vereinzelte Forentrolle, die mit folgenden Aussagen aufwarten:

Beim Tesla reden wir (und soweit werden Sie mir ja wohl recht geben) vom ressourcenfressendsten, umweltschädlichsten Serien-Batterieauto, dass man sich aktuell für (viel) Geld kaufen kann: höchster Stromverbrauch, höchstes Gewicht, höchstes Akkugewicht (besonders schlecht – weil das ja am kürzesten hält). Das will Tesla natürlich nicht auf sich sitzen lassen: Jetzt haben sie das Model X herausgebraucht, dass noch weniger Real-Reichweite und noch mehr Stromverbrauch hat. Yippieh: Jetzt ist der ‚S‘ nur noch das zweitschlechteste Batterieauto auf dem Planeten!
Und wenn Sie eine ehrliche Umweltbilanz machen, kommen Sie drauf, dass der ‚S‘ nicht nur im Betrieb deutlich teurer kommt als ein Toyota/Ford/Honda Hybrid, sondern auch 3x soviel kostet und trotzdem mehr Ressourcen verbraucht in Form von Strom, Akkuschrott, Fahrzeuggewicht. Sie blechen viel (vielleicht im guten Glauben) belasten die Umwelt unterm Strich aber deutlich mehr. Und in der Sportwagenwertung (siehe Autorevue Premium 2015) landen sie auch mit Abstand auf dem letzten Platz. Gibt es eigentlich den Begriff einer Lose-Lose-Situation?

Tja, also: ich gebe dem Auto nicht recht. Meinungsfreiheit in Ehren, ist wichtig, aber hier scheint Polemik im Vordergrund zu stehen.

Erstens mal muss man anmerken, dass Tesla keine Seltenen Erden in seinem Autos verwendet, somit Tesla extrem auf ressourcenschonende Materialien achtet:
http://my.teslamotors.com/de_AT/forum/forums/no-rare-earth-metals-model-s

Und zweitens versucht der Schreiben durch seinen Ausdrucksweise eine negative Grundstimmung gegen Akkus zu bringen. und gibt sich sehr umweltverbunden. Während 600 kg Lithium-Ionen-Batterie, die am Ende der Nutzungsdauer entweder als Energiespeicher weiter verwendet werden kann oder eigentlich vollständig recyclebar ist, für den Kommentator furchtbarer „Akkuschrott“ sind, sind die im Laufe eines Verbrennerlebens minimal 12.000 Liter Benzin oder Diesel kein Problem.

Hybride können vermutlich, wenn sinnvoll genutzt, eine Brückentechnologie darstellen, verbinden aber meiner Meinung nach das schlechteste aus zwei Welten – schwache Motoren, kleine Akkus, kaum elektrische Reichweite – jeweils ein System, das ungenutzt im Auto herumgeschleppt wird, während das andere System läuft. Also, wenn der Verbrenner läuft, trägt er Hunderte Kilo Elektromotor und Akku herum und wenn der Elektromotor antreibt, schleppt er den Verbrennungsmotor und Getriebe und sonstige Verbrennungselemente mit sich herum. Und hat noch dazu die Anfälligkeiten des Verbrennungssystems (Undichtheiten, Kolben, Zylinder, …) an Bord.

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